Apple passt In-App-Kauf-Regularitäten zu seinen Gunsten an

Kategorie(n) Apps, Blick über den Tellerrand, Kommentar, News - von Carsten am Mittwoch, 02.02.2011 - 1 Kommentar

Die beständigen Bemühungen von Apple, sich von den Kuchen anderer die altbekannten Stücke in Form von 30 Prozent Gewinnbeteiligung via iTunes-/AppStore-Verkäufen abzuschneiden, nehmen kein Ende. Erst kürzlich berichteten wir von Apples Vorhaben, Zeitungsverlegern die kostenlose Bereitstellung von iPad-Ausgaben ihrer Angebote für Abonnementskunden zu verbieten. Die Kontrolle des digitalen Musikmarktes, die Apple schon seit Jahren innehat, ist vielen Konzernen ebenfalls ein Dorn im Auge, erscheint gegen diese Meldung jedoch wie ein sehr alter Hut. Nun geht es aber auch schon weiter: Wie eine Apple-Sprecherin bekannt gab, werde Apple mehr oder weniger ab sofort Änderungen für In-App-Käufe vornehmen, die letztendlich nur einem zu Gute kommen: Apple selbst.

So ganz stimmt das mit den Änderungen aber auch nicht, denn wenn man es genau betrachtet, ändert Apple die Richtlinien nicht, sondern erweitert sie.  Oben genannte Apple-Sprecherin erklärte die geplante Anpassung wie folgt:

"Wenn eine App Kunden die Möglichkeit bietet, Bücher außerhalb der App zu kaufen, dann verlangen wir neuerdings, dass die gleiche Option Kunden auch innerhalb der App als In-App-Kauf bereitsteht".

Für App-User ist dieser Schritt selbstverständlich nicht gerade von Nachteil: Käufe können innerhalb der App getätigt werden (und bedürfen nicht erst der Weiterleitung zum jeweiligen Shop über den Browser). Würde genau dies aber praktiziert, müssten die Verkäufer der Produkte für jeden Kauf, der auf diese Weise zustande kommt, die üblichen 30 Prozent Beteiligung für iTunes-Verkäufe an Apple abführen.  Am Beispiel Kindle-App von Amazon durchexerziert: Bisher wurden Kaufwillige über die App auf Amazon weitergeleitet. Wenn jedoch  die neue Regelung greift, wird Amazon gezwungen sein, entweder den gesamten Buchkatalog auch als In-App-Kauf anbieten – oder aber jegliche Erwerbsmöglichkeit der Inhalte aus der App entfernen.

Allen betroffenen Anbietern wird diese Regelung natürlich gar nicht gefallen. Wir sind indes gespannt, ob es bei Beschwerden bleibt – oder ob mal wieder Rechtsstreits oder offene Brüche zu erwarten sind. Apple jedenfalls versteht es, sich in einem ziemlich ausgeglichenen Maße durch seine Produkte beliebt und durch seine Markt-und Vertriebspolitik unbeliebt zu machen.

Über - Carsten lebt seit 2003 in Leipzig, studierte Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Seit 2009 arbeitet er als Online-Redakteur und schreibt für verschiedene Blogs und Portale. Für apfelfon schreibt er seit 2010 den Großteil der Artikel. Seine Steckenpferde sind Apple-News und Gerüchte sowie Produkttests. Tagesschau und Co. konsumiert Carsten mit Vorliebe über iPhone-Apps; sein Highscore im FruitNinja Arcade Mode liegt derzeit bei 902.

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  1. Andreas sagt:

    Also anders gesagt: Abzocke vom Feinsten.

    Frag mich schon seit langem, wann da mal die Kartellbehörden so richtig aufmerksam werden.

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