Produkttest: Withings – die intelligente Waage

Kategorie(n) Iphone, Technik, Test - von Carsten am Donnerstag, 30.06.2011 - 2 Kommentare

Digitale Personenwaagen gibt es ja nun schon eine ganze Weile in den unterschiedlichsten Ausführungen. WiFi-Waagen, die wesentlich mehr tun können, als ihrem Benutzer das Körpergewicht anzuzeigen, sind hingegen relativ neu. Ich habe in den vergangenen Tagen die Withings-WiFi-Waage getestet. Dieses Gerät zeigt nicht nur Körpergewicht, sondern auch BMI (Body Mass Index), Körperfett und Magermasse (sprich: Muskeln und sonstige fettlose Körpermasse) anzeigt. Die Waage lässt sich über eine Gratis-App mit iPhone, iPad oder PC koppeln und ermöglicht es dem Benutzer, die kontinuierliche Entwicklung seiner Messwerte immer im Auge zu behalten.

Verpackung und Lieferumfang

Die Withings – Waage ist zwar nicht größer als eine handelsübliche Personenwaage, jedoch aufgrund ihrer sensiblen Oberfläche empfindlich gegenüber Stürzen und Kratzern. Daher traf ein ziemlich großer Karton bei mir ein, aus dem ich die Waage unter Tonnen von Verpackungsmaterial hervorwühlen musste. Ich bin persönlich nicht gerade ein Fan von solchen Dingen – aber hinsichtlich der Empfindlichkeit des Produktes sei darüber hinweggesehen. Die eigentliche Verpackung ist dann simpel und schlicht gehalten. Im Lieferumfang enthalten ist die Online-Waage Withings, ein USB-Kabel, 4 Batterien vom Typ AAA und vier Standfüße (für den Fall, dass man die Waage auf einem Teppich benutzen möchte). Ein kleines Booklet erklärt dem User die ersten Schritte zur Inbetriebnahme der Waage.

Withings-Waage in der Verpackung

Withings-Waage - Lieferumfang

Design

Viel gibt es zum Design der Online-Waage eigentlich nicht zu sagen: Ihre schlichte Optik, erhältlich in Schwarz oder Weiß dürfte gerade die Apple-Fans überzeugen, die Ähnliches ja von ihren Laptops, Smartphones und sonstigen Geräten gewöhnt sind.

Inbetriebnahme:

Zunächst braucht man nichts weiter zu tun, als den im Booklet aufgelisteten Schritten zu folgen. Im Klartext heißt das:

  • Batterien einlegen
  • Waage mit dem mitgelieferten USB-Kabel mit dem PC oder Laptop verbinden
  • Mittels PC, iPad oder iPhone die Webseite http://start.withings.com besuchen (ich benutze für diesen Produkttest sowohl Laptop als auch iPhone)
  • Installationsassistenten für den Laptop herunterladen
  • Zur Einrichtung der Waage den vorgegebenen Schritten folgen; WLAN-Passwort bereithalten   WiScale-App (gratis)  für iPhone oder iPad herunterladen (was in    meinem Fall übrigens geschlagene 8 Minuten gedauert hat und somit als eher unerfreulich anzusehen ist).

Wenn die App dann erst einmal installiert ist, gilt es, sich einen Account anzulegen. Neben E-Mail-Adresse und Kennwort können Name, Geburtsdatum, Größe und das geschätzte Gewicht eingegeben werden.  Die Benutzung von Withings ist übrigens nicht auf eine Person beschränktt; es können problemlos mehrere Accounts angelegt werden.

Withings-Appinstallation (I)

Withings-Appinstallation (II)

Nach Installation der App und der Einrichtung des Programms sowie der Waage auf dem Laptop sollte man sich erstmalig auf die Waage stellen und ihr bei der (schnell erledigten) Arbeit zusehen.

Funktionen

Withings misst das Gewicht, den Körperfett-/und Muskelanteil sowie dem BMI und überträgt die Messwerte innerhalb von circa 40 Sekunden an alle mit ihr verbundenen Geräte. Die Messwerte sowie den Verlauf kann man sich auf unterschiedliche Arten im Verlaufsdiagramm auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Zur Wahl stehen Ansichten nach Jahren, Halbjahren, Monaten, Wochen, Tagen und sogar Stunden für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten. Die Ansichten lassen sich durch die +/-  - Buttons der Zoomfunktion bequem verändern. Am Bildschirm wird im oberen Abschnitt grundsätzlich das Gewicht angezeigt; im unteren Bereich kann man sich entweder den Körperfettanteil oder den Mageranteil anzeigen lassen. Am rechten unteren Bildschirmrand bekommt man, ein-und ausblendbar, die jeweiligen Tageswerte – Gewicht, Fett-und Mageranteil sowie Body-Mass-Index angezeigt. Dieselbe Funktion gibt es übrigens auch auf dem iPhone. Das gleiche Fenster beinhaltet auch das Fenster zur Zieldefinition und zur manuellen Eingabe von Körpergröße, Gewicht und Fettanteil (wohl für den Fall, dass die Batterien der Waage einmal unerwartet leer sind und man spontan auf die herkömmliche Waage „umsteigen“ muss).

Erste Ziele definieren und umsetzen

Für einen Laien wie mich in Sachen Diät und Co. ist nun die praktische Anwendung der Waage besonders spannend. Eine erste Messung zeigt mir, dass ich bei einer Größe von 1,80m durchaus mit meinem Gewicht und den sonstigen Werten zufrieden sein kann:

 

 

Withings - Erste Messung

 

 

Wie dem auch sei: Irgendein Ziel muss man ja haben – sonst ist der schönste Testbericht sinnlos. Also: Ich lasse es mal langsam angehen und setze mir das Ziel, so schnell wie möglich 1,9 Kilo abzuspecken (also auf 81 Kilo zu kommen) und dabei denn Fettanteil meiner Körpermasse um 1,7kg zu reduzieren (auf insgesamt 12,1 kg)

Withings-Bildschirm mit eingeblenderter Zieldefinition

Für’s Protokoll: Die oben gezeigten Messwerte stammen vom Nachmittag, nach dem Verzehr eines kalorienreichen Frühstücks und eines nicht minder gehaltvollen Mittagessens. Den Rest des Tages habe ich in gewohnter Arbeitsmanier vor dem Schreibtisch verbracht. Anschließend ging es mit dem Fahrrad zum Sport; hier absolvierte ich mein circa einstündiges Trainingsprogramm, bestehend aus Bankdrücken, Hantelübungen, SitUps, Delta- und Trizepstraining. Das Ergebnis laut Withings:

 

 

Messergebnis nach dem Sport

 

 

 

Um die geschätzten Leser jetzt nicht mit den Einzelheiten jeder Mahlzeit zu langweilen, werde ich im folgenden Verlauf dieses Berichts nur noch an einzelnen Stationen über Erfolg oder Misserfolg meiner Kampagnen berichten und dabei auch noch näher auf die Usability der Withings-Waage und des Programms/ der App eingehen. Allein gilt hier wie so oft im Leben: Soll etwas gemessen und verglichen werden, müssen zunächst die Daten beschafft werden.

Ein paar Tage später (27.06.2011): Ohne sonderlich großen Aufwand habe ich laut Withings das gewünschte Gewicht halten beziehungsweise noch weiter senken können. Um weiterhin ein Ziel zu haben und effektiv weitertesten zu können, habe ich das Zielgewicht noch einmal auf 78 Kilo verringert (ich war allerdings zwischenzeitlich schon einmal auf 79 Kilo runter, so dass auch das keine nennenswerten Probleme darstellen sollte). Die Waage arbeitet weiterhin zuverlässig und sendet die Daten schnell an den Rechner. Ein Manko, dass ich bisher feststellen konnte: Während die PC-Applikation sich selbst unmittelbar nach dem Wiegen updated, ist auf dem iPhone nur ein Update pro Tag möglich. Zwar werden am nächsten Tag alle Messungen nachgetragen, aber man bekommt die Werte eben nur verzögert auf das iPhone geliefert.

Nach dem Sport habe ich mich heute noch einmal auf die Waage gestellt und konnte so etwas Interessantes in meiner Gewichtsstatistik beobachten: Mein Gewicht ist nach dem Sport nicht etwa gefallen, sondern gestiegen – von 80,4 Kilo auf glatte 81 Kilo. Mein Körperfett hingegen ist von 12,6 Prozent auf 7,8% gesunken. Wenn diese Messwerte korrekt sind, bedeutet das, dass ich dieses Mal bei Sport wesentlich mehr richtig gemacht habe zuvor – jedenfalls was den Aufbau von Muskelmasse angeht.

Tags darauf: Die Werte haben sich schlagartig wieder normalisiert – was mich doch ein bisschen zweifeln lässt, ob die Waage tatsächlich fehlerfrei arbeitet.

Funktionsfehler? Krasser Abfall und Anstieg der Körperfettwerte

Immerhin kommen derartige Ausrutscher in den nächsten Tagen nicht mehr vor, und am Ende der Testphase lässt sich am Bildschirm des PC's und am iPhone folgender Gesamtverlauf ablesen:

Graphen der gesamten Testphase (PC)

Graph der gesamten Testphase (iPhone)

Fazit: Withings ist ein interessantes Produkt, welches insbesondere für Menschen spannend sein dürfte, die eine Diät machen, allgemein am Abnehmen interessiert sind oder beispielsweise die Reduzierung ihres Körperfettanteils anstreben. Für jemanden wie mich, der mit seinem Gewicht und den sonstigen Werten zufrieden ist, ist es eher ein teures Spielzeug. Der von selbst erfolgende Datentransfer auf PC, iPhone und iPad ist überaus angenehm. Besonders sachdienlich sind die Verlaufskurven, da an ihr positive oder negative Entwicklungen anhand der eigenen Zieldefinition gut und anschaulich nachvollzogen werden können.  Der Sinn der iPhone-App offenbart sich mir nicht wirklich. Sicher: Ich habe alle gemessenen Werte auch (einmal täglich aktualisiert) auf dem Smartphone – aber bessere Sichtbarkeit und vor allem mehr Aktualität bietet die Nutzung der Applikation über den PC oder Laptop. Wer eine Waage sucht, die mehr kann als bloß das Gewicht anzuzeigen, wer Motivation zum Abnehmen braucht und Ergebnisse sehen will (oftmals passiert es Jahr, dass man Gewichtsabnahmen nicht direkt am eigenen Körper bewundern kann), und wem darüber hinaus der  Preis von 120€ nicht zu hoch scheint, der ist mit Withings sicherlich gut beraten.

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Über - Carsten lebt seit 2003 in Leipzig, studierte Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Seit 2009 arbeitet er als Online-Redakteur und schreibt für verschiedene Blogs und Portale. Für apfelfon schreibt er seit 2010 den Großteil der Artikel. Seine Steckenpferde sind Apple-News und Gerüchte sowie Produkttests. Tagesschau und Co. konsumiert Carsten mit Vorliebe über iPhone-Apps; sein Highscore im FruitNinja Arcade Mode liegt derzeit bei 902.

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  1. arsawede sagt:

    Die Glasplatte auf der Withings-Waage ist aus nicht bruchfestem Glas. Ich bin aus Versehen auf die Vorderkante dieser Glasplatte getreten und die Waage ist dadurch hinten nach oben gekippt und dann wieder zurück auf den Kachelboden. Ergebnis: die Glasplatte sprang in 1000 Scherben, die sich teilweise im Badezimmer verteilten. Ich hatte zum Glück Schuhe an, barfuß hätte ich mich mit Sicherheit verletzt.

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