myExpenses für iPhone: Review der iOS-Version

Kategorie(n) Apps, Test - von Carsten am Mittwoch, 29.02.2012 - 0 Kommentare

Nachdem ich lange auf der Suche nach einer iPhone-App für meine Finanzverwaltung gesucht habe, entschloss ich mich dazu, die App myExpenses von BlueShellTurtle zu testen. Die gesamte Review lesen Sie hier!

App-Logo myExpensesDie Crux zu Beginn: Ich suchte nach einer App, die eine gute deutsche Sprachausgabe besitzt (Ich bin des Englischen durchaus mächtig, möchte mich aber nicht immer daran aufhalten müssen, wenn ich es beispielsweise gerade eilig habe), übersichtlich ist, die Möglichkeit zum Datenimport bietet, werbefrei daherkommt – und bezahlbar ist. Der AppStore hat in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel zu bieten. Als Top-App, die laut AppStore im Februar 2011 noch zu den Top 5- Finanzapps in über 30 Ländern galt, einen großen Umfang an Features bietet und sage und schreibe 19 Sprachen anbietet, gilt Money von iBear LCC. Diese App war mir persönlich aber mit einem Preis von 7,99€ zu teuer, auch wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass ich eine Qualitäts-App für dieses Gebiet nicht umsonst bekommen werde. MyExpenses verspricht die wichtigsten Funktionen, die ich benötige und die auch beim Finanzverwaltungs-Flagschiff "Money" vorhanden sind. Der Preis ist mit 3,99€ hingegen nur halb so hoch wie die Vorzeige-App, braucht weniger Speicherplatz (1, 7 MB im Vergleich zu 15,6MB) und ist immerhin noch in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch) verfügbar.

myExpenses: Startbildschirm vor der ersten Nutzung

myExpenses: Startbildschirm vor erstmaliger Nutzung

Der Beginn

Die App ist vom Erscheinungsbild her ziemlich übersichtlich und optisch schön gelöst. Folgende Sparten stehen dem Benutzer zur Verfügung:

Hauptansicht: Hier kann der Benutzer generell zwischen „einnehmen“ und „ausgeben“ wählen.

Kontostand: In dieser Kategorie kann sich der Benutzer seinen aktuellen Kontostand, gefiltert nach Woche, Monat und Jahr anzeigen lassen.

Kategorien: Hier werden die einzelnen Kategorien, die man im Laufe der App-Nutzung angelegt hat, in Form von Tortendiagrammen angezeigt. Neben der erneuten Grob-Unterteilung in Einnahmen und Ausgaben ist es hier ebenfalls möglich, sich die Kategorien nach Zeiträumen sortiert (Tag, Woche, Monat und Jahr) anzeigen zu lassen.

Verlauf: Zeigt den Verlauf der Geldbewegungen an

Einstellungen: Hier hat der User die Möglichkeit, eine Code-Sperre für die App einzustellen, sein Startguthaben einzugeben, die gewünschte Währung auszuwählen, Sicherungen seiner Buchungen vorzunehmen und die App bei Bedarf zurückzusetzen.

Erste Schritte

Zunächst sollte der Punkt „Einstellungen“ gewählt und die nötigen Voreinstellungen vorgenommen werden. Aus Gründen der Sicherheit empfehle ich selbstverständlich die Einrichtung der Code-Sperre. Wer diese bereits für sein iPhone nutzt, wird diese Einstellung sehr vertraut finden. Es handelt sich dabei um einen viertstelligen Zahlencode, der auf Wunsch auch wieder unter demselben Menüpunkt) deaktiviert werden kann. Alsdann sollte die Währung eingestellt und ein Startguthaben angegeben werden. Dabei empfiehlt es sich, den aktuellen Kontostand des Kontos anzugeben, das man zukünftig mit myExpenses tracken will. Nun bleibt nichts weiter zu tun, bis die ersten Ausgaben oder Einnahmen anstehen.

Ansichten und Darstellungen

Sobald die ersten Eintragungen erfolgt sind, kann der User sich seinen Kontostand sowie Einzelposten in mehreren Ansichten und Diagrammen anzeigen lassen.
Der Reiter Kontostand zeigt dem Benutzer den aktuellen Finanzstatus des Kontos in Kurvenform an. Der gelbe Strich repräsentiert dabei das aktuelle Datum und lässt sich durch Tappen oder Wischen zum gewünschten Datum vor-oder zurückbewegen, wodurch auch die Geldanzeige sich entsprechend des damaligen Kontostands verändert. Diese Anzeige lässt sich für die aktuelle Woche, den Monat oder das Jahr einstellen.

myExpenses Kontostand

Die Kontonstand-Anzeige der App

Die  Handhabung der Tortendiagramme unter dem Reiter Kategorien ist zunächst etwas verwirrend. Ein Antippen des Diagramms hat nämlich zur Folge, dass die App auf das andere Diagramm überwechselt (sprich: Wenn ich das Diagramm für Ausgaben antippe, wechselt die App direkt zum Diagramm für Einnahmen). Über den Diagrammen werden die einzelnen Kategorien und die dort bisher gebuchten Einnahmen/ Ausgaben sowie die entsprechende Prozentzahl von der Gesamtsumme angezeigt. Tippt man auf eine dieser Kategorien, löst sich das entsprechende Stück aus der Tortenansicht heraus.

myExpenses Reiter "Kategorien"

Die Ansicht der Kategorien mit hervorgehobenem Posten "Fahrkarten"

Der Reiter Verlauf offenbart sich beim zweiten Hinsehen als besonders wichtig, da es dort möglich ist, Buchungen nachträglich oder auch im Voraus einzugeben. Zunächst dachte ich, dass dies nicht möglich sei und somit einen erheblichen Nachteil dieser App darstelle. Im Verlaufsbildschirm kann aber durch einen Tap auf das Plus-Zeichen eine neue Buchung angelegt und das Datum beliebig verändert werden. So hat der User die Möglichkeit, alte Buchungen nachzutragen oder auch schon im Voraus anzulegen, wenn er es wünscht. Entsprechend dieser eingegeben „Zukunftsbuchungen“ kann er dann auch anhand der Diagramme unter „Kategorien“ und „Kontostand“ seine Finanzentwicklung nachvollziehen.

myExpenses Kategorie "Verlauf"

Ansicht der Kategorie "Verlauf"

Datenimport und Sicherung

Zu guter Letzt nun noch ein Blick auf die Sicherungs- und Importfunktionen der App. Über E-Mail oder einen Web-Browser lassen sich Sicherheitskopien der gespeicherten Daten senden. Dazu wird unter dem Reiter „Einstellungen“ der Menüpunkt „Sichern/Wiederherstellen“ ausgewählt werden. Zusätzlich hat der User die Möglichkeit, die Daten als CSV oder QIF-Datei zu exportieren.

myExpenses Datensicherung

Übersicht über Sicherungs- und Exportoptionen von myExpenses

Generell: Der Export klappt reibungslos und schnell. Bei den Sicherheitskopien handelt es sich um Backup-Dateien, die sich nur in Verbindung mit der App öffnen lassen. Ein regelmäßiges Backup empfiehlt sich natürlich aus den bekannten Gründen. Was den Export der Daten als CSV-Datei angeht, so ist dazu zu sagen, dass es zwar schnell und problemlos von statten geht – wer jedoch erwartet, eine schöne und übersichtliche Excel-Tabelle vorzufinden, irrt sich gewaltig. Wenigstens wird man aus dem Datenblatt noch einigermaßen schlau. Eine schöne Formatierung sieht allerdings anders aus.

CSV-Eport myExpenses

Nicht schön, aber alle Daten vorhanden: CSV-Import der myExpenses-Daten

Fazit

Die App bietet dem User umfangreiche Funktionen und Ansichten und hilft, einen guten Überblick über das Konto zu behalten, welches mit der App verwaltet wird. Jedoch sollten die Eintragungen auch regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden, da man als Benutzer sonst eben KEINEN ständig aktuellen Überblick über sein Konto hat. Was definitiv wünschenswert wäre und in dieser App leider fehlt, ist die Möglichkeit, mehr als ein Konto anzulegen und zu verwalten. Auf diese Weise wäre es zum Beispiel möglich, auch die Verwendung einzelner Barauszahlungen genauer zu tracken und in einer Übersicht parat zu haben. So aber eignet sich die App vor allem für Leute, die viel per EC-Karte und/oder Kreditkarte (vom gleichen Konto) sowie häufig per Überweisung bezahlen. Der Preis ist für die Features durchaus angemessen – aber dennoch besteht hier auf Entwicklerseite noch Verbesserungspotential.

Hier noch einmal der Link zur App: myExpenses im AppStore

Über - Carsten lebt seit 2003 in Leipzig, studierte Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Seit 2009 arbeitet er als Online-Redakteur und schreibt für verschiedene Blogs und Portale. Für apfelfon schreibt er seit 2010 den Großteil der Artikel. Seine Steckenpferde sind Apple-News und Gerüchte sowie Produkttests. Tagesschau und Co. konsumiert Carsten mit Vorliebe über iPhone-Apps; sein Highscore im FruitNinja Arcade Mode liegt derzeit bei 902.

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