iPad: Digitaler Zeitschriftenkiosk in Planung

Kategorie(n) Gerüchteküche, iPad, Presseschau - von Carsten am Montag, 20.09.2010 - 0 Kommentare

Der Nachrichtendienst Bloomberg hat wieder einmal anonyme Quellen aufgetan, die Großes zu berichten haben. Angeblich plant Apple die Einrichtung eines Onlinestores für Zeitschriften und Magazine nach dem Vorbild des erfolgreichen eBook-Store iBook. Dieser Internet-Kiosk wird speziell für das iPad entwickelt. Damit sollen nicht nur die Absatzzahlen für das iPad gesteigert werden; Apple hofft, auf diesem Wege Kunden zum Erwerb von Abonnements bewegen zu können, anstatt nur einzelne Ausgaben einer Publikation zu verkaufen.

Uneinigkeiten bei den Verhandlungen zwischen Apple und den in Frage kommenden Partnerverlagen Time Warner Inc., Conde Nast, Hearst Corp. Und News Corp verzögern jedoch einen Vertragsabschluss. So sei die Frage noch nicht erklärt, wer die Daten der Abonnenten kontrollieren solle. Auch das liebe Geld spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Weder die Aufteilung der Einnahmen noch der Preis für Abonnements sei bisher geklärt, hieß es aus Bloombergs Quellen.

Wenn Apple mit den Verlegern handelseinig wird, könne der neue Store innerhalb weniger Monate online gehen. Es wäre allerdings auch denkbar, dass Apple so oder so bis zum Erscheinen der neuen iPad-Generation abwarten werde. Die Einführung des neuen iPads wird für den Beginn 2011 erwartet.

Neue Software

Apple arbeitet im Zuge dieser Verhandlungen angeblich auch an neuer Software, die es Verlegern erleichtern soll, ansprechende Digitalversionen von Zeitungen und Zeitschriften zu kreieren.  Diese Software solle beispielsweise die Einbindung von HD-Videos in Artikel und Stories erleichtern. Darüber hinaus wird an Servertechnologien gearbeitet, die gewährleisten sollen, dass Onlinepublikationen sich automatisch updaten, um den Usern unnötige Klicks zu ersparen.

Widerstand auf Verlegerseite

Weiteren Gerüchten zufolge ist der Widerstand, den die erwähnten Verleger Apple entgegenbringen, jedoch recht groß.  Vor allem Apples Kontrollansprüche hinsichtlich der Abonnentendaten schmecken den Verlegern nicht. Die Mittelsmann-Position, in die Apple sich zu drängen suche, gebe es andernorts nicht, hieß es. Außerdem fürchten Verleger, die Bindung zwischen ihnen und den Lesern ihrer Publikationen könne unter dieser Regelung leiden.

Man darf gespannt sein, ob es Apple wieder einmal gelingt, Geschäftspartnern ihre Bedingungen zu diktieren, oder ob sich zumindest die erwähnten großen Verlage unbeeindruckt zeigen und auf die Teilnahme an dem Online-Kiosk verzichten werden. Ein Verzicht seitens Time Warner allein wäre angesichts  Publikationen wie „People“  und „Sports Illustrated“, die dann nicht mehr für den Magazinstore zur Verfügung stünden, ein großer Verlust für Apple.

Über - Carsten lebt seit 2003 in Leipzig, studierte Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Seit 2009 arbeitet er als Online-Redakteur und schreibt für verschiedene Blogs und Portale. Für apfelfon schreibt er seit 2010 den Großteil der Artikel. Seine Steckenpferde sind Apple-News und Gerüchte sowie Produkttests. Tagesschau und Co. konsumiert Carsten mit Vorliebe über iPhone-Apps; sein Highscore im FruitNinja Arcade Mode liegt derzeit bei 902.

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