iAd: Apple muss große Schlappen für Werbeplattform hinnehmen

Kategorie(n) Kommentar, News, Software - von Carsten am Montag, 04.10.2010 - 0 Kommentare

Der Kontrollzwang, den Mr. Jobs auf die einzelnen Stränge seines Imperiums überträgt, kommt Apple teuer zu stehen – oder führt zumindest dazu, dass dem Konzern hohe Einnahmen durch die Lappen gehen. Nachdem das Modelabel Chanel seinen Deal mit Apple’s Werbeplattform iAd platzen ließ, hat nun offenbar auch der Sportausstatter-Riese adidas einen 10-Millionen- Dollar- Deal mit Apple platzen lassen. Grund dafür ist nach Angaben von Insidern das unverhältnismäßig hohe Maß an Kontrolle, das Apple im Rahmen der Platzierung der Werbeanzeigen für sich in Anspruch nimmt. Auf der anderen Seite haben die Firmen selbst nur geringfügige Kontrolle über die Sichtbarkeit ihrer Werbung. Das heißt, dass Unklarheit darüber herrscht, an welchen Stellen die Werbeeinblendungen stattfinden. Das Ganze gehe wohl sogar schon so weit, dass Apple die Werbung der Kunden komplett selbst erstelle.

adidas hatte dreimal ein Werbekonzept eingereicht, welches jedes Mal von Apple abgelehnt worden war. Hinzu kommt, dass Apple für die eigene Entwicklung von iAd-Werbung acht Wochen Entwicklungszeit veranschlage, diese Vorgabe aber nicht einhalten könne, wie es aus adidas-Kreisen hieß. Laut adidas dauere Konzeptionierung und Umsetzung von iAd-Werbung zehn Wochen und länger. All diese Faktoren haben offenbar dazu geführt, dass adidas die Geduld verlor und den Deal mit Apple komplett absagte.

Für Apple stellt der Verlust von 10 Millionen Dollar rein finanziell keinen Weltuntergang dar. Förderlich für die Reputation des Unternehmens ist diese Schlappe aber gewiss  nicht. Steve Jobs ist zwar als Kontrollfreak bekannt, und Apple hat auch angekündigt, die iAd-Prozesse für die Kunden in großzügigem Maße öffnen zu wollen, sobald das Programm zur vollen Zufriedenheit laufe. Aber der Rückzug von adidas aus dem iAd-Geschäft sollte für Apple dennoch ein deutlicher Warnschuss vor den Bug gewesen sein. Wenn diese Imperator-Firmenpolitik weiter betrieben wird, dürften Apple noch weitere wichtige Werbekunden wegbrechen.

Über - Carsten lebt seit 2003 in Leipzig, studierte Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Seit 2009 arbeitet er als Online-Redakteur und schreibt für verschiedene Blogs und Portale. Für apfelfon schreibt er seit 2010 den Großteil der Artikel. Seine Steckenpferde sind Apple-News und Gerüchte sowie Produkttests. Tagesschau und Co. konsumiert Carsten mit Vorliebe über iPhone-Apps; sein Highscore im FruitNinja Arcade Mode liegt derzeit bei 902.

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